VEREIN


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Franz Fink

Franz Fink

Gründungsmitglied, ehemaliger Vizepräsident, Ehrenmitglied

20.000 Meilen unter Segel

Steckbrief

Erste Berührungen mit dem Thema Seefahrt hatte Franz schon in seinen frühen Jugendjahren. Damals – zu Zeiten seiner Matura – kaufte er sich mit ein paar Freunden einen Bausatz für ein Kajütboot. Nachdem sie das Boot mit eigenen Händen zusammengebaut hatten, erlebten die Freunde verschiedene Abenteuer auf heimischen Seen und der Nördlichen Adria.

Nach seiner technischen Ausbildung vollzog sich im Berufsleben ein Wandel, und Franz wählte einen kaufmännischen Beruf als Steuerberater. Dabei hatte er immer die Abenteuer seiner frühen Jugend im Hinterkopf, der Bootssport ließ ihn nie ganz los. Doch es sollte einige Zeit vergehen, bis die Segel wieder gesetzt wurden. Diese Gelegenheit ergab sich, als er seinen jetzigen Schwager und guten Freund Gerald Pitter kennenlernte. Dieser war gerade in Begriff, in Kroatien ein Charterunternehmen aufzubauen, welches heute zu den größten und bekanntesten zählt, und international tätig ist.

Angespornt durch die Wissbegierigkeit, folgten nun Schritt für Schritt die verschiedensten Lernetappen, anfangs mit seinem Lehrmeister, einem Grazer Segelkollegen. Natürlich durfte dabei auch der Erwerb diverser Bootsführerscheine nicht fehlen, diese wurden in der klassischen Reihenfolge erlangt – Grundschein – A-Schein – Küstenpatent – bis hin zum Fahrtenbereich 4. Das erlangte Wissen wurde auch bei zahlreichen Fahrten in die Praxis umgesetzt. Franz hat bis jetzt ca. 20.000 Seemeilen auf dem Buckel – ungefähr 2/3 davon fuhr er selbst als Skipper. Bei zahlreichen Fahrten wurde er von seiner Familie begleitet, allen voran von Seiner Ehefrau Elisabeth. Da ist es fast schon selbstverständlich, dass bei diesen ausgedehnten Fahrten nicht nur die Kroatische Küste von oben bis unten erkundet wurde. Seine Reisen führten ihn ins gesamte Mittelmeer von den Balearischen Inseln über Korsika, Sardinien, Elba bis nach Griechenland, Montenegro usw. Doch nicht genug, auch die Seychellen, die Karibik und Venezuela blieben von der Reiselust nicht verschont, und so erwarb sich Franz neben seinen Abenteuern ein sehr umfangreiches Wissen.

Zu den persönlichen Highlights zählen unter anderem ein Überstellungstörn von Griechenland nach Kroatien. Dieser war insofern bemerkenswert, als dass von der dreiköpfigen Besatzung bereits einer in Griechenland das Boot verließ, und die Restmannschaft (Skipper + Franz) zu zweit die restliche Strecke meistern mussten. Das nicht genug, wurden sie noch zu Lebensrettern, als ein Flugzeug an einer Insel zerschellte und der Pilot aus dem Wasser geborgen werden musste. Dieser wurde mit steirischem Speck wieder aufgepäppelt um danach an den Gefilden seines Heimatlandes wieder abgesetzt. Ein weiteres Erlebnis begab sich an der Küste von Venezuela, als die Crew von Franz ein Schiff mit kaputten Segeln an einem Riff gestrandet fand. Nachdem die erfahrene Mannschaft das Riff durchquert hatte und zu dem Schiff kam, machten sie eine grausame Entdeckung: An Bord fanden sie einen toten Mann, einen toten Hund und einen halbtoten Hund. Der Mann wurde geborgen und den Behörden übergeben – möglicherweise ein Opfer von Piraterie.

Doch nicht immer waren die Ereignisse so dramatisch wie in den beiden letzten Geschichten. Franz hat auch sehr viele schöne Erinnerungen an seine Reisen: Zum Beispiel die Ansteuerung von Kotor (Montenegro) bei Nacht. Der tief eingeschnittene Fjord hat bei Dunkelheit einen besonderen Eindruck hinterlassen – die beleuchtete Festung der Stadt Kotor am Ende des Fjords war Schlusspunkt und Highlight zugleich. Überhaupt erschließt sich für einen Fahrtensegler das Land von einem anderen Blickwinkel als für einen Reisenden, welcher sich mit Bus, Auto oder Flugzeug seinem Reiseziel nähert. So gehören für Franz der Rucksack und die Wanderschuhe ebenso zur Pflichtausrüstung wie Ölzeug und Schwimmweste. Denn nach einem erfolgreichen Segelabenteuer gibt es nichts Schöneres, als Land und Leute zu erkunden. Denn wo Segler mit dem Boot hinkommen, gibt es oft keine Straßen, und man kann die Gegend abseits der üblichen Touristenströme genießen.

Als erfahrener Regattasegler hat Franz schon an zahlreichen Wettfahrten erfolgreich teilgenommen. Darunter The Race (1000 Meilen Biograd – Lefkas – Biograd), Coast Cup, Offshore Challenge, Staatsmeisterschaft, Cornati-Cup, Spring-Cup etc., bei welchen er zahlreiche Spitzenplatzierungen herausfahren konnte. Auch beim vereinseigenen Sail & Fun Cup (vormals Oststeierercup) nimmt Franz regelmäßig teil, und es gelang ihm schon mehrmals, die begehrte Siegestrophäe zu ergattern. Kein Nachteil dürfte sein, dass er Mitbesitzer einer Bavaria 40S und einer Bavaria 41S ist, welche er natürlich regelmäßig im Urlaub zu Trainingszwecken nutzt.

Auch am Clubgelände des Stubenbergsees ist Franz ein Mann der ersten Stunde, und sobald es der Wasserstand des Sees erlaubt, wird seine Aquila zu Wasser gelassen. Maßgeblich beteiligt am Zustandekommen des für Vereinsmitglieder nutzbaren Geländes mit Bootsanleger war er einer der treibenden Kräfte für den Bau des ersten Segellagers am Gelände. Unter seiner maßgeblichen Beteiligung wuchs die kleine Schar Begeisterter zu einem wichtigen Zweig der Segelcrew Hartberg, bis dieser schließlich zu einer eigenen Sektion erklärt wurde. Als Vizepräsident der Segelcrew Hartberg fielen unter seine Mitverantwortung zahlreiche wichtige Entscheidungen, von denen der Verein bis heute profitiert. Als kleines Dankeschön erfolgte die Ernennung zum Ehrenmitglied.

Die vereinseigenen Jollenregatten fährt Franz wahlweise mit Ehefrau Elisabeth oder Enkelsohn Matthias – Jugendförderung wird bei Franz groß geschrieben. Und auch hier zeigt sich das Können eines absolut erfahrenen Seglers – Keine Regatta, auf welcher Franz keine Spitzenplatzierung einfährt. So ist er auch mehrfacher Sieger der Clubwertung der Segelcrew Hartberg. Auch bei den Aquila-Meisterschaften auf österreichischen Seen ist Franz regelmäßig anzutreffen. Unser Franz, wie wir ihn kennen und schätzen, fährt auch heuer wieder zahlreiche Wettfahrten. Und schon so mancher Mitsegler durfte bei ihm wertvolle Erfahrungen sammeln. Möglicherweise sucht Franz ja für die eine oder andere Regatta noch einen Mitfahrer – fragen ist gratis. Danke für die Einblicke, welche Du uns in dein bisheriges Segelleben gegeben hast! Mast- und Schotbruch, und immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel!

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