VEREIN


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Paul Grebitschitscher

Paul Grebitschitscher

(1968-2006)

Segler, Ehrenmitglied, Gastwirt, Motivator, Freund

Steckbrief

In der Hartberger Seglercommunity war Pauli einer der Pioniere. Segeln in Hartberg? Das entlockte zur Jahrtausendwende vielen nur ein müdes Lächeln. Doch Pauli und der harte Kern der neugegründeten Segelcrew Hartberg verfolgten ihre Ziele konsequent. Und siehe da, trotzdem der Segelsport einem gebürtigen Oststeirer nicht in die Wiege gelegt ist, entstand um diese kleine Schar Begeisterter alsbald eine große Gruppe Gleichgesinnter. Und so kam es, dass dieser harte Kern ab dem Jahre 2004 begann, in Biograd zusammen mit dem Yachtclub Biograd, den Oststeirercup (heute Sail & Fun Cup) zu veranstalten. Beim ersten Oststeirercup waren sage und schreibe 23 Boote am Start – eine bis jetzt unerreichte Anzahl an Teilnehmern. Im Jahr darauf fand im Gasthaus Grebitschitscher unter maßgeblicher Beteiligung und regem Werbens durch Pauli der erste Theoriekurs zum Erwerb des Kroatischen Küstenpatentes statt.

Wie in seinem gesamten Leben, war Pauli auch beim Segeln unerschrocken. Und so können seine Mitsegler von so mancher abenteuerlichen Episode bei Starkwind berichten, aber auch von gemütlichen, entspannten Bordtagen – Langeweile gab es mit Pauli nie. So mancher Segelurlaub wird für viele seiner Mitsegler unvergessen bleiben. Auch im Vorstand der Segelcrew Hartberg war Paui tätig. In dieser Zeit wurde von ihm das hinlänglich bekannte Seglersüberl im Gashaus Grebitschitscher errichtet, und bei diversen Gelegenheiten wie Vorstandssitzungen, Schulungen und Vorträgen ausgiebig genutzt. Diese Veranstaltungen hatten meistens einen fröhlichen Ausklang.

In seiner Tätigkeit als Vorstandsmitglied wurden maßgebliche Weichenstellungen für die Zukunft des Vereins gestellt. Pauli war maßgeblich beteiligt bei der Erfindung und Organisation des Oststeirercups, bei der Organisation der Ausbildung zum Kroatischen Küstenpatent, sowie diverser Veranstaltungen wie Kleinfeldfußballturniere, Eisstockschießen und ähnliches. Bei den Erstgesprächen für ein eigenes Clubgelände am Stubenbergsee spielte Pauli eine wichtige Rolle. Auch nahm er bei zahlreichen Jollenregatten in Stubenberg und am Neusiedlersee teil. Für diese Verdienste wurde Pauli im Nachhinein vom Vorstand der Segelcrew Hartberg zum Ehrenmitglied ernannt.

Seine wirkliche Heimat und Leidenschaft war jedoch das Führen der familieneigenen Gaststätte in Penzendorf, Gemeinde Greinbach. Ein Wirt mit Leib und Seele, wie man so sagt – wobei in seinem stattlichen Körper auch entsprechend viel Seele Platz hatte. Eine ausgezeichnete Küche und reichlich zu Trinken sowie die angenehme Atmosphäre motivierte viele Menschen, das Gasthaus zu besuchen und Abwechslung vom Alltagsleben zu genießen. Pauli hatte für fast alle Themen, welche Menschen so in einem Gasthaus zu bereden haben, ein offenes Ohr, und es fiel ihm auch nicht schwer, seine Meinung ganz unverblümt mitzuteilen. Dies führte oftmals zu recht ausgedehnten und manchmal auch sehr emotional geführten Debatten über alle möglichen und unmöglichen Themen.

Überdies führte seine Kontaktfreudigkeit und sein freundschaftlicher Umgang mit Menschen dazu, dass er sehr viele Segler rekrutieren konnte, das ging ganz einfach, indem er die um ihn versammelten Gäste seines Lokals sehr schnell und unwiderruflich davon überzeugte, bei seinen Projekten mitzuwirken – sei es Kleinfeldfußballturniere, Eisstockschießen, Segelregatten oder andere Veranstaltungen aller Art. Und da sich alle Beteiligten schon kannten, entfiel der oft mühsame Prozess des sich aufeinander abzustimmen. Nach wenigen Jahren seines Wirkens als Motivator konnte er mit Stolz behaupten, in der Gemeinde Greinbach gäbe es nun mehr Skipper als Feuerwehrleute – dazu sei gesagt, dass die Feuerwehr in Greinbach sehr viele Mitglieder hat.
Sein früher Tod traf nicht nur seine Familie hart und völlig überraschend. Für seine zahlreichen Freunde war sein plötzliche Tod ein Verlust, der für viele kaum zu begreifen war. Pauli verstarb während der Vorbereitungsphase für den 3. Oststeirercup auf Iz Veli im Kreise seiner Segelkameraden. Von der Segelcrew Hartberg und vom Yachtclub Biograd wurde eine Seemannsverabschiedung mit Kranzniederlegung zu seinen Ehren in den Gewässern vor Biograd durchgeführt.

Pauli – Ein Freund. Für seine Freunde hatte er stets ein offenes Ohr, den richtigen Rat und die richtigen motivierenden Worte in schwierigen Situationen, aber auch immer den richtigen schelmischen Humor. Der Spaßfaktor kam bei Pauli nicht zu kurz, und so kann jeder seiner Freunde mit Sicherheit einiges an Erlebnissen berichten. Mit Pauli konnte man was erleben, in mögliche und unmögliche Situationen gelangen, welche er mit seiner ihm eigenen Gelassenheit und Ruhe meisterte. Sein Leben war kurz, aber intensiv, die Erinnerung an das Erlebte mit ihm unvergesslich.
Ruhe in Frieden, Pauli!

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